Kommunikation als Vertrauensgrundlage
"don't ask what your horse can do for you, ask what you can do for your horse" (Chris Irwin)
Feeling, Timing and Balance ! Sind die Grundpfeiler harmonischen Umgangs mit dem Pferd und schon die Worte des Horseman Ray Hut. Mit diversen Übung die systematisch aufgebaut sind, haben Pferd und Mensch die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und tiefes Vertrauen aufzubauen.
Verhaltensauffälligkeiten entstehen in der Regel, wenn Vertrauen fehlt und das Pferd eine Aufgabe gestellt bekommt, die es nicht beantworten kann. Wie so oft im Leben geht es um eine klare Kommunikation.
In der Grundlagenarbeit beginnen wir vom Boden mit Führtraining bei dem wir Verbindung und klare Hilfen etablieren. Weiter geht es mit einem gesunderhaltenden Longieren, sowie Doppellonge und Fahren vom Boden. Ergänzend arbeite ich gerne noch mit vielen Tools wie der Flag, Planen etc., um das Pferd für die Welt der Meschen gut zu rüsten. Dem Menschen werden dabei die Bedürfnisse des Pferdes erklärt und dem Pferd Schritt für Schritt der Weg in die Selbstregulation gezeigt, oftmals ist der Schlüssel Zeit lassen und Pausen im richtigen Moment geben. Nur dann kann das Pferd Verstehen lernen und bleibt nicht in einer Konditionierung stecken. Denn im Stress ist Lernen nicht möglich. Dabei braucht jede Pferdepersönlichkeit ein anderes Maß an Führung und Freiheit, um sich entfalten zu können. Diesen Mittelweg zu finden, ist die Kunst dabei.
Das Bewegungstier Pferd
"make movement possible, use it and have fun!"
Betrachtet man, wie sich das Pferd über Millionen von Jahren evolutionär entwickelt hat, müssen in den meisten Haltungsformen in allen Bereichen des Pferdealltags Kompromisse gefunden werden. Zwischen dem was das Beste für das Pferd ist und dem was zu ermöglichen ist, keine einfache Fragestellung. Das Pferd ist dafür gemacht, 16 h täglich, langsam mit gesenktem Kopf Futter zu suchen. Entsprechen klein ist auch der Magen, welcher sich an langsame Nahrungsaufnahme in kleinen Mengen angepasst hat. Das Pferd ist natürlich ein Fluchttier aber in allererster Linie ein Bewegungstier. Wenn eine Flucht bevorsteht werden instinktiv entsprechende Faszienbahnen vorgespannt um den Körper darauf vorzubereiten. Heutzutage passiert es leider häufig das das Pferd in einer Art dauerhaftem Stress stecken bleibt, da der Körper die Flucht oder den Kampf und die instinktiven Reaktionen des Körpers oftmals nicht ausführen kann. Das hat körperliche und psychische Auswirkungen. Sichtbar durch entsprechend kompensierender Muskulatur und oft schreckhaften Pferden. Durch das Faszienorgan ist das Pferd perfekt auf die Fortbewegung in unwegsame Gelände angepasst. Heute aber sind viele Verletzungen wie Sehnenschäden etc. kein Einzelfall, sondern sind oftmals wiederkehrend. Die Ursache ist in den meisten Fällen aber nicht das "Loch auf der Koppel", in dass das Pferd getreten sein muss. Sondern eine Folgeerscheinung bzw. Symptom einer nicht intakten Stabilisationsmuskulatur. Diese braucht regelmäßige Reize wie Unebenheiten, Steigungen, Wendungen und Hindernisse, um daran wachsen zu können. Sind diese im Pferdealltag nicht gegeben, leiden Stell- und Schutzreflexe, was folglich zu Verletzungen führt. Dies ist in Form von Kompensationsmustern bereits oft Jahre vorab erkennbar.
Gemeinsam Heilen
"shape of body, is shape of mind" (Chris Irwin)
Geist und Körper sind untrennbar miteinander verbunden – besonders in der Therapie. Kann sich das Pferd mental nicht auf eine Behandlung einlassen, bleibt selbst die beste Methode wirkungslos. Es ist unsere Aufgabe, einen sicheren Raum zu eröffnen und zu halten. Mit feinem Horsemanship, in dem Vertrauen und klare Kommunikation Schritt für Schritt erarbeitet werden, holen wir Pferd und Mensch genau dort ab, wo sie stehen. Voraussetzung ist immer die Bereitschaft, an sich selbst zu arbeiten.
Jeder kennt das Gefühl eines verspannten Nackens. Steckt ein Pferd in Kompensationsmustern, können sanfte, manuelle Faszientechniken helfen, Schmerzen zu lösen. So bekommt das Pferd die Möglichkeit, wieder in seinem Körper anzukommen und ihn besser wahrzunehmen – und genau hier beginnt bereits die Arbeit am Nervensystem. Je besser ein Säugetier seinen Körper wahrnimmt, desto sicherer fühlt es sich. Treten Schmerzen in bestimmten Körperbereichen auf, nimmt die Wahrnehmung automatisch ab, da im Gehirn im Wesentlichen zwei Signale ankommen: Schmerz (Nozizeption) oder Wahrnehmung (Propriozeption). Eines davon dominiert immer.
Durch gezielte Bewegungsübungen kann der Körper die neu gewonnene Bewegungsfreiheit erleben und auch neuronal verarbeiten. Nur das, was regelmäßig genutzt wird, wird vom Körper und Gehirn weiter ausgebaut.